Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag für Rentner (GKV)

Ver­si­che­rungs­pflich­tige Rentner haben neben den Bei­trägen aus der Rente der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung auch für Ver­sor­gungs­be­züge sowie für Arbeits­ein­kommen aus selbst­stän­diger Tätig­keit Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­träge zu zahlen. Die Bedin­gungen für Rentner in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung haben sich im Laufe der Jahre stark ver­än­dert. Waren die Rentner in den gesetz­li­chen Kran­ken­kassen ursprüng­lich bei­trags­frei ver­si­chert, so müssen sich auch Rentner seit 1983 mit einem Bei­trag an der Kran­ken­ver­si­che­rung betei­ligen.

Die Höhe der Bei­träge richtet sich wie bei Berufs­tä­tigen nach der Höhe des Ein­kom­mens. Von der Rente muss ein bestimmter Pro­zent­satz als Bei­trag zur Kran­ken­ver­si­che­rung ent­richtet werden. Rentner mit gerin­geren Ein­künften aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zahlen daher ent­spre­chend weniger als Rentner mit höheren Renten. Den halben Bei­trag über­nimmt bei Rent­nern, die wäh­rend ihres Erwerbs­le­bens pflicht­ver­si­chert waren, die gesetz­liche Ren­ten­ver­si­che­rung.

Seit dem 01.07.2005 müssen alle Miglieder der gesetz­li­chen Kassen, auch frei­willig- und pflicht­ver­si­cherte Rentner, einen zusätz­li­chen Eigen­an­teil von 0,9 % zum all­ge­meinen Bei­trags­satz leisten. An diesem Zusatz­bei­trag betei­ligen sich die Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger nicht. Dadurch werden die Ren­ten­ver­si­che­rungs­träger um 0,45 Pro­zent ent­lastet.

Seit dem 1. Januar 2004 werden auch auf Betriebs­renten und wei­tere Neben­ein­künfte den vollen Kran­ken­ver­si­che­rungs­bei­trag bezahlt. Gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cherte zahlen als Rentner sowohl aus der gesetz­li­chen Rente von der BfA bzw. LVA als auch aus Ver­sor­gungs­be­zügen Bei­träge. Zu den Ver­sor­gungs­be­zügen zählt neben der klas­si­schen Betriebs­rente auch die durch Ent­gelt­um­wand­lung finan­zierte betrieb­liche Alters­ver­sor­gung. Ins­be­son­dere auch Kapi­tal­leis­tungen aus einer Direkt­ver­si­che­rung unter­liegen der Beitragspflicht.Versorgungsbezüge – unab­hängig davon, ob sie lau­fend oder ein­malig gezahlt werden – sind als der Rente ver­gleich­bare Ein­nahmen bei­trags­pflichtig, soweit sie auf­grund einer Ein­schrän­kung der Erwerbs­fä­hig­keit oder zur Alters- oder Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung erzielt werden und wenn sie auf eine frü­here Erwerbs­tä­tig­keit des Ver­sor­gungs­emp­fän­gers zurück­zu­führen sind.

Dazu zählen unter anderem:

- Ver­sor­gungs­be­züge aus einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­ver­hältnis oder aus einem Arbeits­ver­hältnis mit Anspruch auf Ver­sor­gung nach beam­ten­recht­li­chen Vor­schriften oder Grund­sätzen (mit Aus­nahmen wie über­gangs­weise gewährten Bezügen, unfall­be­dingten Leis­tungen oder
Leis­tungen der Beschä­dig­ten­ver­sor­gung),
– Bezüge aus der Ver­sor­gung der Abge­ord­neten, Par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­täre und Minister,
Renten der Ver­si­che­rungs- und Ver­sor­gungs­ein­rich­tungen, die für Ange­hö­rige bestimmter Berufe errichtet sind,
Renten und Land­ab­ga­be­renten nach dem Gesetz über die Alters­si­che­rung der Land­wirte mit Aus­nahme einer Über­gangs­hilfe,
– Renten der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung ein­schließ­lich der Zusatz­ver­sor­gung im öffent­li­chen Dienst und der hüt­ten­knapp­schaft­li­chen Zusatz­ver­sor­gung.

Leis­tungen sind selbst dann bei­trags­pflich­tige Ver­sor­gungs­be­züge, wenn sie über­wie­gend oder sogar aus­schließ­lich durch Bei­träge des Arbeit­neh­mers finan­ziert worden sind.

Bei­spiel:
Ein Arbeit­nehmer erhält mit 65 Jahren eine Direkt­ver­si­che­rung in Höhe von 90.000 € aus­be­zahlt. Diese Summe wird auf 10 Jahre umge­legt, d.h. 1/120 der Summe wird als monat­li­cher Zahl­be­trag her­an­ge­zogen: 90.000 € / 120 = 750 €

Damit ergibt sich bei einem Bei­trags­satz der gesetz­li­chen Kran­ken­kasse (GKV) von 14,9 % bei 750 € ein Bei­trag von 111,75 € monat­lich.

Hat ein Rentner viele Neben­ein­künfte, kann sein Bei­trag mög­li­cher­weise nahe am Höchsts­satz liegen. Wo der Höchst­bei­trag der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung in Zukunft liegen wird, ist kaum vor­her­zu­sagen. In den letzten 20 Jahren hat sich der durch­schnitt­liche Höchst­satz der GKV aller­dings um durch­schnitt­lich 5,5 % jähr­lich erhöht. Im Jahr 2012 liegt der Höchst­satz bei ca. 592 Euro (ohne Pfle­ge­ver­si­che­rung).